Schilddrüse und Hashimoto-Thyreoiditis


Anatomie und Aufgaben der Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein sehr wichtiges Organ in unserem Körper mit der Form vergleichbar der eines Schmetterlings. Sie hat ein Gewicht von ca 18 bis 25 Gramm mit Sitz unterhalb des Kehlkopfes und vor der Luftröhre. Rückseitig befinden sich die Nebenschilddrüsen, die sich aus vier linsengroßen Drüsen zusammensetzen. Die Schilddrüse ist eine hormonbildende Drüse. Sie bildet und speichert die wichtigen Hormone T3 und T4. Diese Hormone oder Botenstoffe transportieren Informationen, die bestimmte Funktionen ausgelösen welche für den menschlichen Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielen. Sie reguliert die Geschwindigkeit verschiedener Stoffwechselprozesse und wird deshalb auch als "Gaspedal des Körpers" bezeichnet.

 

Die Schilddrüse-kleines Organ mit großer Wirkung

  • Sie reguliert die Körperwärme
  • Sie reguliert den Energieverbrauch
  • Sie reguliert den Mineralstoff- und Wasserhaushalt
  • Sie regt die Magen- und Darmfunktion an
  • Sie hat Einfluss auf Nerven, Muskeln und das seelische Wohlbefinden

Hashimoto-Thyreoiditis, was ist das eigentlich?

Morbus Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse mit steigender Tendenz, die mehr Frauen als Männer betrifft. Autoimmun bedeutet: Das körpereigene Immunsystem, das uns eigentlich schützen soll, richtet sich gegen den eigenen Körper. In diesem Fall gegen die Schilddrüse, greift diese an und schädigt sie. Es kommt zu einer Unterfunktion, das heißt, es werden nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone hergestellt.

Die Endung -itis sagt aus, dass es sich um eine Entzündung handelt.

Zunächst führt diese Entzündung zu einer erhöhten Ausschüttung der Schilddrüsenhormone.

 

Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren und führt zu einer Überfunkion der Schilddrüse. Typische Symptome sind hier:

  • Nervosität
  • Herzrasen
  • Unruhe
  • Panik
  • Durchfall
  • Haarausfall uvm

Im weiteren Verlauf kippen die Symptome und führen zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Typische Symptome sind hier:

  • Depressionenin
  • Kreislaufprobleme
  • Motivationslosigkeit
  • Müde und erschöpft
  • brüchige Haare
  • Verstopfung
  • Gewichtszunahme uvm

Verlauf, Symptome und Ursachen dieser Krankheit sind von Patient zu Patient völlig unterschiedlich. Für Hashimoto ist am Anfang das Switchen zwischen Über-und Unterfunktion typisch, was sich aber mit der Zeit einpendelt. Durch eine Blut- und Ultraschalluntersuchung (Sonographie) kann der Arzt eine Fehlfunktion der Schilddrüse erkennen. Wichtige Blutparameter sind zunächst: TSH, die freien Werte von T3 und T4 und die Antikörper MAK und TAK sichern die Diagnose Hashimoto. Bei der Sonographie erkennt man typischerweise Zeichen der Entzündung oder der Organschädigung.

Leider untersucht der Mediziner im Blut häufig nur den TSH-Wert. Dieser Wert sagt aus, ob eine Über- oder Unterfunktion besteht. Und ist dieser Wert in Ordnung, so ist für den Mediziner auch die Schilddrüse in Ordnung. Das ist ungefähr so, wie wenn der Mann aus der Autowerkstatt den Luftdruck eines Reifen prüft und daraus den Schluss zieht, dass die anderen drei Reifen ebenso in Ordnung sein müssen. Die Patienten werden nicht Ernst genommen und mit der Aussage: "Es ist doch alles in Ordnung" nach Hause geschickt. Wird keine greifbare Ursache gefunden findet sich der Patient schnell in der "Psychoecke". wieder.

Zum TSH sei noch erwähnt, dass leider manche Labore noch veraltete Normwerte für den TSH nutzen. Die obere Grenze des TSH-Wertes liegt bei 2,5 und nicht wie häufig noch angegeben wird bei 4,0. Deshalb kommt es eben oft zu Äußerungen, dass alles in Ordnung sei. Zumal der TSH als alleiniger Indikator für eine Schilddrüsendiagnostik sowieso unzureichend ist. Bei einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse werden nämlich noch sehr lange passable Werte anzeigt, obwohl bereits schon einiges im Argen liegt.

Keine reine Schilddrüsenkrankheit

Hashimoto ist nämlich keine Erkrankung der Schilddrüse. Das Immunsystem ist fehlgeleitet und greift die Schilddrüse an. Antikörper werden losgeschickt, die das Schilddrüsengewebe schädigen. Hier sollte man versuchen die Ursachen zu ergründen. Oft wird man beim Ebstein-Barr-Virus oder bei dem Herpes Virus fündig. Die Menschen haben weiterhin Symptome, obwohl sie doch angeblich "gut eingestellt" sind. Sie sind erschöpft, entwickeln ein Grippegefühl oder haben ständig Infekte oder sogar Panikattacken. Was bedeutet, dass man hier noch viel mehr tun muss, als nur die alleinige Gabe einer L-Thyroxin Tablette. Erst mal entlastet das sicherlich den Körper, aber dennoch gibt es etliche "Nebenkriegsschauplätze", die man angehen sollte. Weil sonst hätte man ja diese Symptome nicht, wenn alles gut wäre.

Mögliche Auslöser für Hashimoto

 Eine Autoimmunkrankheit kommt selten alleine. So kann es sein, dass der Patient noch von anderen Autoimmunkrankheiten, wie zb Diabetes Typ I, rheumatoider Arthritis, Weißfleckenkrankheit, Zölliakie, Schuppenflechte oder anderem betroffen ist.

Vitamin-D Mangel (schwächt unser Immunsystem) und Glutenunverträglichkeit können mögliche Auslöser sein für Hashimoto. Jedenfalls treten sie gar nicht so selten gemeinsam in Erscheinung mit Morbus Hashimoto.

Auch an eine Schwermetallbelastung denken, eine instabile Halswirbelsäule oder eben Viren, wie bereits erwähnt.

Viele bemerken eine erhebliche Steigerung ihres Wohlbefindends, wenn sie auf Glutenhaltiges verzichten und ihren Vitamin-D Bedarf decken.

Es ist wichtig zu wissen, dass Schilddrüse und Nebennieren in enger Zusammenarbeit stehen und sich gegenseitig beeinflussen. Sind beide Organe geschwächt, sollte immer zuerst die Nebenniere behandelt werden. Danach läßt sich die Schilddrüse oft sehr viel besser einstellen und regulieren.

Womit wir wieder beim Thema Nebenniere wären.

Mögliche Maßnahmen bei Hashimoto

Da ca 80% der Hashimoto Betroffenen ein Leaky-Gut Syndrom haben und unser Darm nunmal der Sitz unseres Immunsystems ist, liegt es auf der Hand als ersten wichtigen Schritt eine Darmfloraanalyse zu veranlassen und dann gezielt ansetzen den Darm zu regenerieren, zb über eine Ernährungsumstellung.

Weiterhin ist bei Hashimoto eine gute Versorgung mit Zink, Selen und Eisen von großer Bedeutung. Bei drei verschiedenen Studien führte ein gewisse Menge an Selen zu einer signifikanten Reduzierung der TPO-Antikörper. Zink ist ein äußerst wichtiges Spurenenlement, welches für die Bildung vieler Hormone benötigt wird. Besteht ein Eisenmangel ist die Aktivität von TPO beeinträchtigt. Dieser ist an der Herstelleng der Schilddrüsenhormone T3 und T4 beteiligt. Darum sollte der Eisenhaushalt über Ernährung und weitere verschiedene Wege in die Norm gebracht werden.  Wie oben bereits beschrieben, ist die Nebenniere in diesem Zusammenhang wichtig und deshalb sollte man hier schauen, dass diese sich nicht ermüdet und dadurch ihre Aufgabe nicht mehr effizient erledigen kann. Weiterhin darf man die Geschlechtshormone nicht außer acht lassen. Es ist immer ein Zusammenspiel zwischen der Schilddrüse, den Nebenniere und den Geschlechtshormonen, das sollte alles berücksichtigt werden bei der Krankheit Hashimoto.

Ich berate Sie gerne hierbei.